Unter der Woche häuften sich die Hiobsbotschaften: Die Knieverletzung von Julia Heßke aus dem Frankenberg-Spiel entpuppte sich als Kreuzbandriss, und mit Nadine Hauwe sowie Linda Wagner fielen krankheitsbedingt zwei absolute Leistungsträgerinnen aus. Umso erfreulicher, dass Caterina Schneider trotz Fußverletzung spielfähig war und Sanja Krüger nach dem Urlaub zurückkehrte. In Oberhausen sollte der TV Gerthe all diesen Widrigkeiten eindrucksvoll trotzen.
Von Beginn an zeigten die Gäste aus Bochum eine bärenstarke Leistung. Caterina Schneider eröffnete das Spiel mit einem Korb, und als Svenja Gerdemann in der vierten Minute zum 10:0 traf, musste Oberhausen bereits die erste Auszeit nehmen. Doch die Gastgeberinnen fanden in die Partie, übernahmen mit Druck und Physis das Kommando und drehten das Spiel zum Ende des ersten Viertels auf 18:14.
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts gehörte das Spiel zunächst den Oberhausenerinnen, die auf 24:14 davonzogen. In der folgenden Auszeit forderte Coach Heiko Skiba sein Team auf, die Härte anzunehmen, sich zu wehren und den Fight anzunehmen. Die Antwort folgte prompt: TV Gerthe verteidigte nun eng und aggressiv, arbeitete sich Punkt für Punkt heran und verkürzte zur Pause auf 24:27.
Heiko Skiba: „Wir haben einige Würfe liegen gelassen, einige Freiwürfe verworfen und lagen lediglich drei Punkte zurück. Das war eine gute Halbzeit, belohnt haben wir uns nicht. Das wollten wir ändern."
Im dritten Viertel blieb Oberhausen zunächst das leicht bessere Team. Zu viele Ballverluste bescherten den Gastgeberinnen einfache Punkte und die 33:26-Führung. Doch jetzt schaltete der TV Gerthe einen Gang höher: Die Intensität in der Verteidigung stieg nochmals an, die Gertherinnen glichen aus und eroberten nach 30 Minuten die Führung zum 38:35.
Der Start ins Schlussviertel misslang zunächst. Oberhausen traf in jedem Angriff und stellte auf 44:38, ehe Johanna Koptik den Bann brechen konnte. Sanja Krüger und Caterina Schneider arbeiteten an den Brettern unglaublich stark, ließen keine zweiten Wurfchancen zu und sorgten dafür, dass die Gastgeberinnen keine weiteren Punkte erzielten. Bei noch 4:36 Minuten auf der Uhr traf Luisa Biergierz einen Dreier zum 49:44 für Oberhausen – die Halle feierte. Doch der TV Gerthe hatte die passende Antwort: Anna-Lena Wüllrich traf im Gegenzug ebenfalls von der Dreierlinie, dann folgte der Steal von Lea Schulte-Göcking zum 49:49. Auszeit Oberhausen.
Oberhausen traf zum 51:49, doch der TV Gerthe konterte mit sechs Punkten in Folge zur 55:51-Führung. Die Gastgeberinnen trafen nur einen Freiwurf, während erneut Anna-Lena Wüllrich bei noch 60 Sekunden auf der Uhr mit einem Dreier zum 58:52 die Vorentscheidung herbeiführte. Am Ende gewann TV Gerthe aufgrund einer bärenstarken Teamleistung in der zweiten Halbzeit hochverdient mit 61:56 – und feierte damit den ersten Sieg der Vereinsgeschichte in der Regionalliga. Hannah Krenz überzeugte mit starken 19 Punkten, Svenja Gerdemann verdienten sich in der Verteidigung ein Sonderlob.
Heiko Skiba: „Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft! Die Damen haben das überragend gemacht, intensiv verteidigt, im Rebound bärenstark gearbeitet und im Angriff Lösungen gefunden. Das war überragend. Die zweite Halbzeit war Top. Nun gilt der Fokus dem Derby am kommenden Samstagabend um 19:00 Uhr im Profina-Dome gegen den BC Langendreer."
