Am Donnerstagabend stand für die Gerther die letzte Bewährungsprobe vor dem Regionalliga-Start an: Ohne die verletzten Gabriel Gyamfi und Noah Becker empfing der TV Gerthe den ambitionierten Zweitligisten SW Wuppertal. Die Gäste reisten mit beeindruckenden Referenzen an – in der Vorbereitung hatten sie bereits Recklinghausen geschlagen, in der vergangenen Saison die TG Düsseldorf und die Kölner bezwungen, ausgerechnet den ersten Gerther Gegner in der Regionalliga.
Von der ersten Minute an entwickelte sich ein intensiver Test. Wuppertal agierte aggressiv, zeigte durch starke Penetration immer wieder Schwachstellen in den Gerther Rotationen auf und forderte die Gastgeber heraus. Doch der TV Gerthe bewies Anpassungsfähigkeit: Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen fanden die Hausherren zunehmend ihre Ordnung, erarbeiteten sich die Führung und gingen mit einem 21:16-Vorsprung ins zweite Viertel.
Auch im zweiten Durchgang entwickelte sich ein ausgeglichener, hochklassiger Basketball. Gerthe behielt die Nase knapp vorne, gewann das Viertel mit 23:18 und ging mit einer komfortablen 44:34-Führung in die Halbzeitpause. Doch Trainer Heiko Skiba sah noch deutliches Verbesserungspotenzial.
Heiko Skiba: „Wir waren in einigen Rotationen zu langsam, haben nicht physisch genug gespielt und in der Pick and Roll Verteidigung keinen Druck auf den Ball gehabt. Das wollten wir abstellen und besser machen."
Nach der Pause zeigten die Gerther genau die geforderte Reaktion. Mit neuem Biss und Intensität gingen sie zu Werke: Defensiv wurde nun konsequent zugepackt, die Rebounds kontrolliert, aggressiv am Ball und in der Block-Verteidigung gearbeitet. Offensiv lief der Ball wie am Schnürchen, immer wieder ergaben sich herausgespielte freie Würfe. Das Resultat war ein beeindruckendes drittes Viertel, das der TV Gerthe mit 32:13 für sich entschied und auf 76:47 davonzog.
Im Schlussabschnitt setzten die Gastgeber zunächst nahtlos fort, wo sie aufgehört hatten, und bauten die Führung zwischenzeitlich auf 91:55 aus. In den letzten fünf Minuten gelang Wuppertal noch etwas Ergebniskosmetik, doch am hochverdienten 96:66-Erfolg der Gerther gab es keinen Zweifel mehr.
Heiko Skiba: „Das dritte Viertel war top. Diese Leistung brauchen wir 40 Minuten, um am kommenden Samstag in Köln bestehen zu können. Das Team hat dieses Wochenende frei, dann konzentrieren wir uns ab Montag auf Köln. Wir wollen den ersten Regio-Sieg."
Mit diesem überzeugenden Auftritt in der zweiten Halbzeit im Rücken geht der TV Gerthe nun mit breiter Brust in die Regionalliga-Saison. Nach einem freien Wochenende zur Regeneration richtet sich der volle Fokus ab Montag auf das Auswärtsspiel in Köln – dort soll der erste Sieg in der neuen Spielklasse her.
