Eine bittere Niederlage musste die erste Mannschaft des TV Gerthe am Sonntagnachmittag gegen die Zweitvertretung des TVE Dortmund-Barop hinnehmen. Am Ende der intensiv geführten Partie stand ein 53:59 (26:29) -Erfolg der Gastgeber aus Dortmund auf der Anzeigetafel. Zudem verletzte sich Center-Spieler Abdel Lamhiti schwer und droht längerfristig auszufallen. Unser Blatt sprach nach dem Spiel mit Gerthe-Trainer Bastiaan Vanhoyland.

 

Reporter: „Herr Vanhoyland, schön Sie endlich mal persönlich vors Mikro zu bekommen. Wie geht es Ihnen?“

Vanhoyland: „Herr Vanhoyland? Herr Vanhoyland ist mein Vater. Bitte nennen Sie mich Coach B!“

Reporter: „OK, Coach B! Sie scheinen ja trotz der sehr enttäuschenden ersten Saison-Niederlage gut gelaunt zu sein. Sarkasmus? Oder wie kommt´s?“

Coach B: „Wissen Sie, ich habe keinen Grund traurig zu sein. Im Leben gibt es weitaus wichtigere Dinge als ein Spiel in Barop zu gewinnen!“

R: „Was meinen Sie? In Ihrer Biographie „Ein Sieg ist nicht genug!“ sprechen Sie doch nur über das Gewinnen von Spielen, was es Ihnen bedeutet und dass Sie nach Niederlagen viel zu viel trinken. Und nun diese Worte...was ist passiert?“

C: „Gestern Abend ist mein Hamster „Georgie“ von einem Clown in einen Gully gezogen worden. Zurück blieben nur sein Halsband und ein Zettel auf dem Stand: Besiege deine Ängste! Meine größte Angst ist es, wie Sie aus meinem Buch wissen, immer das nächste Spiel zu verlieren. Und ich liebe meinen Georgie! Also blieb mir nichts anderes übrig als gegen diese Angst anzukämpfen.“

R: „Sie wollen uns hier grad auf den Arm nehmen!?“

C: „Nein! Sie verstehen das nicht! In unseren Abwassersystemen lebt etwas! ES! Und es ernährt sich von unseren Ängsten! Nur Kinder und Basketballer können ES sehen! Darum habe ich meine besten Jungs auf die Jagd nach ES geschickt!“

R: „Das Fehlen der Spieler Block, Samsonov, Pospiech Thiele, Peters, Sudkamp, Knaup, Nitsche, Schimpke, Maull und Engelmann lag nur daran, weil Sie diese Spieler in die Kanalisation geschickt haben, um ein Hamster-entführendes Monster aus Ihrer Phantasie zu jagen?“

C: „ES existiert! Aber das war nur der Notfall-Plan falls wir das Spiel in Barop doch gewinnen sollten!“

R: „Wussten die übrig gebliebenen Spieler Bescheid?“

C: „Ja, wussten sie! Und ich bin so furchtbar stolz auf meine Jungs! Sie kamen natürlich nach Dortmund und wollten hier alles geben für den Sieg und für eine gute Platzierung! Aber meine Jungs wissen was der kleine Georgie mir bedeutet. Ohne zu zögern haben alle im Team versucht das Spiel zu verlieren!“

R: „Moment…irgendwas an Ihrer Geschichte stimmt doch nicht! Sie haben das erste Viertel mit 14:13 für sich entschieden und Ihr Team machte nicht den Anschein freiwillig verlieren zu wollen.“

C: „Natürlich ist es für ein Team wie unseres schwer absichtlich zu verlieren…das ist klar. Aber ich kann ja als Trainer auch noch Einfluss nehmen. So habe ich z. B. meinem besten Spieler eine Rolle in der Neuverfilmung von „Victoria und Abdul“ versprochen, wenn er eine Verletzung vortäuscht. Leider hat er das etwas zu genau genommen…“

R: „Das war ein Spieler. Aber in Ihrem Team gibt es doch weitere exzellente Basketballer, die für den Sieg brennen. Wollten die auch verlieren für Georgie?“

C: „Es gab sicherlich noch einige Spieler, die wegen dem Sieg hergekommen waren, aber durch falsche Taktik-Anweisungen, ständiges Ermuntern aus noch weiterer Entfernung auf den Korb zu werfen und ruhig mal was im Eins gegen Fünf zu versuchen, konnte ich denen auch schnell den Wind aus den Segeln nehmen.“

R: „Trotzdem war zur Halbzeit noch alles drin. Ihr Team lag nur mit drei Punkten hinten (26:29). Hatten Sie in der Pause Kontakt zum SEK „Georgie“ in der Kanalisation? Gab es noch weitere Möglichkeiten das Spiel klar zu verlieren?“

C: „Ich war über meinen Co-Trainer ständig im Bilde was da unten in der Kanalisation passiert. Als von unten noch keine positiven Nachrichten kamen, beruhten meine Hoffnungen noch auf die einzige Inkonstante neben dem Gegner, welche ich nur mit höchstem Aufwand beeinflussen konnte…den Schiedsrichtern!“

R: „Was meinen Sie? Sie haben doch nicht etwa das Schiedsrichtergespann gekauft?“

C: „Nein! Sowas würde ich niemals tun! Ich respektiere die Arbeit der Herren in Grau. Mein Plan war viel gewitzter und aufwendiger: Ich habe mich in den Zentralrechner beim DBB gehakt, über den Mail-Verteiler ein veraltetes Regelbuch mit den Regelauslegungen von 1967 in Umlauf gebracht und dieses Regelbuch mit sofortiger Wirkung als neueste „Bibel der Halbgötter in Grau“ in Kraft gesetzt.“

R: „Wer wusste davon?“

C: „Davon wusste niemand! Und es setzte genau das ein was ich mir erhofft hatte. Es wurde ein hektisches Spiel geprägt von vielen Meckereien und fragwürdigen Entscheidungen. Nur so konnte ich sichergehen, dass wir dieses Spiel verlieren. Ich habe hier übrigens sehr brilliert in meiner Rolle als „Angry-Coach“. Auch der gegnerische Trainer war sehr verwundert darüber wie ich in meiner Rolle aufgegangen bin. Wobei, er musste auch mit einigen strittigen Entscheidungen klarkommen, welche aber nach den alten Regeln von vor über 40 Jahren halt korrekt waren. Aber es konnte ja keiner ahnen, dass ich dahinterstecke. Mit etwas Abstand werden alle Beteiligten darüber lachen können!“

R: „Ist Georgie denn nun wieder zuhause? Wie geht es weiter? Wurde der Clown besiegt? Wo sind die fehlenden Spieler?“

C: „Georgie ist wohlbehalten wieder zuhause in seinem Käfig. Nachher gibt es Käsekuchen, wenn Sie mögen. Der Clown ist besiegt worden und in einem roten Opel Corsa davongefahren. Leider irren immer noch vier bis fünf Spieler in der Kanalisation herum, aber bis zum nächsten Spiel werden die den Weg nach Hause schon finden.“

R: „Vielen Dank, Coach B, für dieses interessante Interview. Jetzt ist mir und wohl allen Lesern zuhause klar, warum dieses Spiel trotz der Niederlage ein Gewinn ist! Zum Abschluss noch eine Frage: Stimmen die Gerüchte über Sie und Keira Knightley?“

C: „Das ist meine Privatsache…aber ja sie stimmen!“

 

Für Georgie verloren:
Klein, Lumbers, Dückershoff, Chenyi, Lange, Mannke, Reckinger, Lamhiti, Enstipp, Bourscheidt.

Vermisst werden immer noch:
Thiele, Maull, Peters, Engelmann.

Impressum

TV Gerthe 1911 e.V.
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